Praxis für Naturheilkunde Gabriele Schöttler HP

Rhythmische Einreibungen 

Ein spezielle Art von Massagen sind die Rhythmischen Einreibungen nach Ita Wegman und Margarethe Hauschka.

Warum Rhythmisch? Der Mensch fühlt sich wohl in seinem inneren Rhythmus im Alltag, in der Arbeit.  Das Herz schlägt nach einem Rhythmus, es gibt den Atemrhythmus.

Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus, ohne den er aus dem Takt kommt, in Streß gerät, seinen inneren Mittelpunkt verliert, nicht mehr mitschwingt. Er hat seinen Halt verloren.

Es gibt Schlaf/Wachphasen, Tag- und Nacht-Rhythmus, Ebbe und Flut, die vier Jahreszeiten, Sonnenauf- und –untergang.

Lebt der Mensch mit diesem Rhythmus, ist er im inneren Einklang mit der Natur und dadurch mit sich selbst. Bewegung und Ruhe wechseln sich in natürlicher Weise ab.

Margarethe Hauschka schreibt, dass „ Heilung im Ausgleichen der beiden für sich allein krankmachend wirkenden Pole besteht“ ( aus ihrem Buch „Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegman“, Verlag Margarethe Hauschka-Schule 1972, Boll über Göppingen).

Ein kühler Kopf und ein warmer Bauch, zwei Pole,  bilden ein gesundes Gleichgewicht. Bei zu viel Wärme entsteht Entzündung, zuviel Kälte führt zu Verhärtung und Starre. In diesem Sinne ist Rhythmus ein heilendes Prinzip.

Die Rhythmischen Einreibungen basieren auf leichten Griffen, also ohne Druck auf das Gewebe, und auf dem Wechsel von intensivem und leichtem Kontakt der Hände mit dem zu behandelndem Körper. Dieser Wechsel ist der eine Rhythmus. Den anderen Rhythmus sieht man in der Bewegung des Behandelnden, der sich dem behandelnden Körper hinwendet und sich zurückzieht. Dies bedeutet ein Eintauchen, ein Umkehren und ein Lösen.

Auf einen weiteren Rhythmus wies Rudolf Steiner hin. So sollen die Einreibungen in einem regelmäßigen Zeitabstand erfolgen, so dass der Körper sich hieran erinnert und auf die nächste Einreibung wartet.  So wird bei einer Pentagramm-Einreibung an fünf aufeinander folgenden Tagen jeweils ein Körperteil eingerieben. In welcher Reihenfolge die Körperteile an den verschiedenen Tagen eingerieben werden, ist nicht willkürlich. Im menschlichen Körper gibt es Lebensströme, die in einer bestimmtem Richtung verlaufen  und aus denen der menschliche Körper gebildet wurde. Laut Rudolf Steiner hat diese Strömung die Form des Pentagramms. Dann ist an zwei Tagen Pause. Dadurch entsteht ein Sieben-Tages-Rhythmus, bei dem jeder Körperteil immer am gleichen Wochentag eingerieben wird, am besten um die gleiche Tageszeit. Diese Einreibungen sollten vier Wochen lang durchgeführt werden, da alle Lebenskräfte einen vierwöchigen Rhythmus haben.

Sie wirken wärmend, entspannend, lockernd, besonders wenn abstreichende Einreibungen mit beruhigenden Substanzen wie Lavendel angewendet werden. Soll eine Organfunktion angeregt werden, werden kräftigende Substanzen wie Rosmarin benutzt.

 Die rhythmischen Einreibungen wirken sowohl auf der körperlichen als auch auf der seelisch-geistigen Ebene des Behandelten.

Anwendungsmöglichkeiten sind: Einschlafstörungen, Sensibilitätsstörungen (z.B. nach Schlaganfall oder Verletzung), Verkrampfungsschmerzen, Durchblutungsstörungen, Arthrosen, asthmatische Anfälle, Vermeidung von Dekubitus, nach Erschöpfung, Ableitung bei Kopfschmerzen, nach Operationen, und vieles mehr.

Für die Einreibungen werden Salben und Öle benutzt, denen spezielle Pflanzenauszüge beigefügt wurden, um die Heilwirkung zu verstärken.

Die Rhythmischen Einreibungen sind aus der Anthroposophie heraus entstanden.

In einem anthroposophisch orientiertem Pflegedienst werden diese Rhythmischen Einreibungen mit Erfolg bei den Patienten angewendet. Der Patient entscheidet, ob der diese Einreibungen als Hilfe haben will.

 

© 2006 Gabriele Schöttler  Heilpraktikerin

 

               

               Ita Wegman – a person of interest

       Ita Wegman – Geliebt, gejagt und unvergessen

 

 

Ita Wegman war eine aus Holland stammende Ärztin, die sich für eine anthroposophische Medizin und Pflege eingesetzt hat. Sie war wichtige Schülerin und Begleiterin Rudolf Steiners, von diesem bis zu seinem Tode im Jahr 1925 hochgeschätzt. Ita Wegman pflegte Rudolf Steiner ab September 1924 während seiner Krankheit bis zu seinem Tode Ende März 1925.

Ita Wegman wurde 1876 als Tochter holländischer Eltern in West Java (damals holländische Kolonie) geboren, sie starb 1943 in Arlesheim.

Nach dem Tode Rudolf Steiners wurde sie oft angefeindet, sie wolle sich zur Führung der Anthroposophen vordrängen.

Über Ita Wegman gibt es vier wunderbare Bände, herausgegeben von Johannes Emanuel Zeylmans van Emmichoven, einem Holländer, der 1966 Priester der Christengemeinschaft wurde.

Insbesondere aus dem ersten Band erfährt man vieles über Rudolf Steiners letzte Lebensjahre und die Zeit bis zu seinem Tode, auch über die enge Verbindung mit Ita Wegman.

Der vierte Band heißt „Erkraftung des Herzens“ und bringt viele Meditationen und Schulungen, beruhend auf Rudolf Steiner.

 

Für unsere Arbeit als Pflegedienst „füreinander“ ist Ita Wegman die Begründerin der anthroposophischen Pflege. So stammen die Rhythmischen Massagen von ihr. Wir selbst schätzen die Wirkung der Rhythmischen Einreibungen, die wir manchen Patienten geben.

Wir stehen also mit der anthroposophischen Pflege in einer gut begründeten Tradition im besten Sinne.

 Zur Entwicklung Ita Wegmans:

Ab dem 18. Lebensjahr beschäftigt sie sich dank ihrer Klavier- und Gesangslehrerin mit der Theosophie, der Vorläuferin der Anthroposophie. Im Alter von 24 bis 26 Jahren macht sie eine Ausbildung in Gymnastik und schwedischer Massage in Amsterdam, die sie mit einem Gymnastik-Diplom abschließt.

Im selben Jahr (1902) beginnt ihr Berliner Aufenthalt. In den drei folgenden Jahren besucht sie Rudolf Steiner, der zum Generalsekretär der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft ernannt wurde. Sie macht weitere Ausbildung in schwedischer Massage und in Hydrotherapie. Sie eröffnet ein Therapeutikum für physikalische Therapie und besucht Rudolf Steiners Vorträge und wird nach einem Gespräch mit ihm seine persönliche Schülerin.

 

Rudolf Steiner empfiehlt ihr Medizin zu studieren. Sie geht 1905 nach Zürich, weil dort auch Frauen Medizin studieren konnten. Zudem hatte Marie von Sievers Ita Wegman berichtet, dass Rudolf Steiner die Schweiz als das Land bezeichnet hatte, in dem auch in Zukunft als Arzt am freiesten gearbeitet werden könne. Marie von Sievers hatte weiter vorausgesagt, dass die anthroposophische Bewegung in die Schweiz kommen würde

Zur Jahreswende 1912/13 erfolgte die Trennung von der Theosophischen Gesellschaft und die Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft durch Rudolf Steiner. Ita Wegman folgte ihm.

Nach ihrem Medizin-Examen wird sie später Fachärztin für Frauenheilkunde. Sie arbeitet in Kliniken, dann in eigener Praxis in Zürich, ab 1920 in Basel. Schon vorher hatte sie auf Anregung Rudolf Steiners zusammen mit einem Apotheker das wichtige Mistel-Präparat Iscar entwickelt und hergestellt, aus dem später das Iscardor wurde, ein Mittel gegen Krebs. Sie hatte Steiner bewogen auch in der Schweiz Vorträge zu halten. 1920 begann Steiner in Dornach seinen ersten medizinischen Kurs.

1920 erwirbt Ita Wegman den Grund für ihre kleine Klinik in Arlesheim bei Dornach. Sie hat nur vier Krankenzimmer. Die Klinik eröffnete sie 1921, die Klinik besteht noch heute als Ita-Wegman Klinik. Aber hier hat sie zusammen mit Rudolf Steiner bis zu seinem Tode 500 Patienten nach der anthroposophischen Medizin behandelt, er berät mit ihr die jeweilige Behandlung. Diese beruht auf einer abendländisch-christlichen Heilkunst, die auch die Geisteswissenschaft umfasst.

1922 gründete Ita Wegman in Arlesheim das heilpädagogische Heim „Haus Sonnenhof“ für seelenpflegebedürftige Kinder. Im selben Jahr gründete sie in Arlesheim ein Institut, Vorläuferin der heutigen Weleda AG.

In der Sylvesternacht 1922/1923 ist der Brand des ersten Goetheanums. Ita Wegman wurde zur wichtigsten Mitarbeiterin Rudolf Steiners. Er sagte später, dass es in der Zusammenarbeit mit ihr karmische Zusammenhänge gab.

 

Geistig hatte Ita Wegman sich stark mit den griechischen und vorderasiatischen Mysterien beschäftigt, insbesondere mit deren spiritueller Bedeutung für die Medizin. So besuchte sie mit einer Freundin auf ausgedehnten Reisen die griechische Insel Samothrake, weiter Eleusis und Ephesus.

Sie fragte nun weiter nach dem neuen Impuls, den das Christentum brachte. Hier sieht sie zum einen die geistig-physischen Eigenschaften der chemischen Stoffe und Natursubstanzen als Quelle der Heilung. Zum anderen ist aber die Quelle der Heilung verborgen im Wesen menschlicher Beziehungen selbst, wenn diese durch die Kraft des höheren Selbst inspiriert und geordnet werden, im Sinne des Paulus Wortes: „Nicht ich, sondern Christus in mir“.

 

 

© 2014 Gabriele Schöttler



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Heilpraktikerin: Zugelassen 1995 durch die Gesundheitsbehörde Schweinfurt.

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