Praxis für Naturheilkunde Gabriele Schöttler HP

 

Äußere Anwendungen wie Wickel, Auflagen, Kompressen, Einreibungen und Bäder


Einleitung:

Heute erscheinen in beachtlicher Zahl Bücher und Aufsätze zu diesem Thema. Dabei war dies jahrelang verschüttet. Vor Jahrzehnten waren Wickel und Auflagen noch gern angewandte Hausmittel. Heute beginnen Heilpraktiker dies in ihrer Praxis wieder anzuwenden und zu schätzen, als heilsame Behandlungen neben der Homöopathie und der Phytotherapie.


Die praktische Anwendung bewirkt, daß der Teilnehmer eine Wirkung und Anwendung bei sich selbst erlebt und so in seiner Praxis dies bei seinem Patienten anwenden kann. Auch soll der Patient geschult werden, das, was er in der Praxis erfuhr, bei sich selbst zu Hause anzuwenden.

Die Anwendung dauert vielleicht nur 20 Minuten, bei einer guten Vorbereitung und in einer entspannten Atmosphäre empfindet der Patient die Anwendung oft so, als hätte sie viel länger gedauert. Mancher Patient schläft auf der Therapeutenliege kurz ein. Dies ist durchaus erwünscht, weil damit eine tiefere Schicht des Patienten erreicht wird.

Die Anamnese soll den Patienten persönlich erfassen mit den Fragen:

  • Warum wird dieser konkrete Mensch krank?

  • Warum bekommt er gerade diese Krankheit?

Auch die Anamnese selbst als therapeutisches Gespräch soll bereits die tiefere Schicht des Patienten ansprechen. Fragen des Heilpraktikers führen ja zu Fragen, die der Patient sich dann selbst stellt: Wann trat das Leiden zuerst auf? Was war meine Lebenssituation damals? Warum trifft mich das jetzt so sehr?

Diese Fragen betreffen den kranken Menschen als Persönlichkeit, als Einheit von Körper, Geist und Seele. Es handelt sich um eine philosophische Frage. Was ist überhaupt Krankheit, welchen Sinn hat sie? Auf diese Frage hat jeder Mensch seine Antwort zu suchen. Der amerikanische Homöopath H. C. Allen schreibt hierzu: " Hinter der Symptomatik einer jeden Krankheit finden wir die Symptomatik des übertretenen Gesetzes. " Hier mag der eine an ein religiöses Gesetz denken und sein Leiden als Folge des übertretenen Gesetzes sehen. Der andere sieht das Gesetz der Höherentwicklung der Menschheit und erkennt sein Leiden als Folge seines Verstoßes hiergegen (Verstoß gegen die Pflicht zur tätigen Mitwirkung eines jeden Menschen an der Entwicklung der Menschheit als ganze).

Die persönlichste Frage, die ein Mensch sich stellt, lautet: Wozu will ich gesund werden? Hier wird deutlich der Sinn des Lebens angesprochen.

Die äußeren Anwendungen sind eine wunderbare Ergänzung zu der Behandlung der klassischen Homöopathie, der Phytotherapie sowieso- neben den Tees zum Einnehmen, für den Heilpraktiker-Anfänger eignen sie sich sehr gut, da man erst mal so den Patienten durch äußeres Tun, Be-hand-eln, kennenlernen kann - währenddessen erzählt er von sich, man ist als Anwender entspannt, in der Gesprächstherapie lockert und entspannt es, man kann Angehörige anleiten und sie freuen sich, wenn sie etwas Linderndes für den Betrofffenen tun können, .....




Ausblick

Wir sind hier im Bereich der äußeren Anwendungen. Auch Heilquellen sind hier neben Wickeln und Auflagen zu nennen. Der Patient kann im Umkreis seines Wohnortes solche aufsuchen und sich das Heilwasser auf die Augen oder eine sonstige bedürftige Körperstelle geben. Lebensmittelrechtlich sind diese Heilquellen (in der Münchner Gegend z.B. das Frauenbründl bei Glonn, die Hangquellen bei Leutstetten und Mariabrunn bei Dachau) kein Trinkwasser, da nicht auf Rückstände chemisch analysiert. Trotzdem werden diese Wässer seit Jahrzehnten auch getrunken. Auch im Urlaub findet der Patient z.B. auf Sardinien bei Santa Cristina oder Su Tempesu bei Nuoro oder Sa Testa bei Olbia solche uralten Quellheiligtümer.

Über eine Heilstätte in der Antike, wo es auch äußere Anwendungen gab als Teil einer umfassenderen Therapie, berichtet Friedrich Glasl in seinem wertvollen Buch "Konflikt, Krise, Katharsis" (Verlag Freis Geistesleben, Stuttgart 2007).

Er nennt die Insel Kos, Wohnstätte des Gottes der Heilkunst, Asklepios. Schon vor mehr als 2000 Jahren gab es dort eine Therapie in vier Phasen.

In der ersten Phase wurde der physische Körper genau untersucht, z. B. abgeklopft und abgehört. Dabei zeigten sich Symptome eines Krankheitsbildes. Schon in dieser Phase wurden erste Behandlungen eingeleitet, die auf die Physis des Menschen gerichtet waren.

In der zweiten Phase bekamen die Patienten bestimmte Badekuren verschrieben. Hier wurde auf die gestaltenden und formenden Lebenskräfte eingewirkt. Mit der Heilkraft des Thermalwassers, mit Massagen und rhythmischen Bewegungen wurde auf die Lebenskräfte heilend eingewirkt.

In der dritten Phase wurde dieser Prozeß durch Tragödienspiele wesentlich vertieft. Hier wurde vor die Menschen etwas sehr Dramatisches hingestellt, das eine tiefe Krise und eine Katharsis bewirken sollte. Die Menschen sahen vor sich – auf der Bühne – etwas, das sich eigentlich in ihnen abspielte. In der Seele der Menschen wurde durch intensives Erleben des Schauspiels eine Krise eingeleitet. Das griechische Wort Krise bedeutet Entscheidung, entscheidende Wende.

In der vierten Phase führte die Krise zur Katharsis, also zur Reinigung und Läuterung. Hier gab es den Gang durch das Labyrinth und den Tempelschlaf. Der Heiler (Arzt, Therapeut und Priester) setzte beim geistigen Kern des Patienten an. Der Patient hatte bei den Tragödienspielen eine Lockerung, eine seelische Erschütterung erlebt. Nach dem Tanz durch das Lebenslabyrinth wurde der Patient empfänglich für die Stimme seines Höheren Selbst. Durch die Katharsis konnte er erkennen, ob eine radikale Kurswende nötig war. Er konnte seinem Leben aufs neue Sinn und Richtung geben, also die Steuerung seines Lebensschiffes selbst in die Hand nehmen.

Wichtig für das Asklepieion ist, daß der Mensch nicht unvorbereitet in Krisen hinein gestoßen wurde. Schritt für Schritt wurde er körperlich und geistig-seelisch gestärkt. So wurde er auf die dramatischen Erfahrungen im Labyrinth und im Tempelschlaf vorbereitet. So wurde er befähigt, auf seinen göttlichen Kern, sein Höheres Selbst zu hören.


Verwendete Literatur:

  • "Wickel und Auflagen- Alternative Pflegemethoden erfolgreich anwenden", Annegret Sonn,Georg Thieme Verlag Stuttgard 2004, 2.Auflage

  •  "Konflikt, Krise, Katharsis: und die Verwandlung des Doppelgängers", Friedrich Glasl, Verlag Freies Geistesleben, 2007




© 7.Mai 2018, Gabriele Schöttler Heilpraktikerin 

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